Seemannschaftmit Weltumsegler Wilfried Erdmann und
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Seemannschaft mit Wilfried Erdmann

Verschiedene Tipps und Erfahrungen auf Basis von Frage und Antwort. Neben den detaillerten Ausführungen können hier die kurzen Tipps nachgelesen werden.


Routenplanung

Der Gedanke an Törnplanung läßt mein Herz blubbern. Wenn es etwas gibt, was nie langweilig wird, so ist es das Ausbaldowern neuer Ziele. Es ist der schönste Teil einer Reise. Dabei gibt`s keine unruhigen Buchten, keine Gewitterböen und keine Moskitos, die einen nicht in den Schlaf kommen lassen. Bei der theoretischen Vorbereitung ist die Segelreise noch traumhaft.

Alle Planungen beginnen mit Karten. Für eine Weltumseglung eignet sich eine großflächige Weltkarte. Logisch. Den besten Überblick für eine Atlantikrundreise bekommt man mit British Admiralty Chart (BA) Nr. 4015, für den Indischen Ozean BA Nr. 4005 und den Pazifik BA Nr. 4007. Das Mittelmeer läßt sich gut mit BA Nr. 4300 und die Ostsee mit BA 259 erfassen. In die jeweilige Karte zeichnet man die gewünschte Route, mit Bleistift und Radiergummi arbeiten, samt Zeiten und Seemeilen, die sich herrlich am Kartenrand abstecken lassen ein. Das gibt einen Superüberblick.

Hat man bei der ersten Planung Wind und Wetter bedacht? Nein, denn am Beginn sollten Geschichte, faszinierende Orte und Kultur im Vordergrund stehen. Erst danach greifen wir zu den nautischen Informationen. Ich habe von Anfang an die amerikanischen "Pilot Charts" favorisiert. Diese sogenannten Pilots sind wirklich für Planung und Unterwegssein unentbehrlich. Darin ist alles enthalten, was ein Meeressegler in dem betreffenden Seegebiet zum Thema Wetterbedingungen wissen muß. In farblich abgestimmten Zeichen geben die Karten in Fünf-Grad-Karrees Mittelwerte an: Windrichtung, Windstärken und -stillen sowie Stürme – in Prozenten; Verlauf der Zentren der Tiefdruckgebiete, die zu starken Stürmen geführt haben; durchschnittliche Lufttemperaturen; Richtung der allgemeinen Strömungen und deren Geschwindigkeit in Knoten; Seefahrtswege der Handelsschiffe.

Die "Pilots Charts" gibt es für sämtliche Ozeane der Erde: Nord- und Südatlantik, Nord- und Südpazifik, Indischer Ozean. Das Mittelmeer, Nord- und Ostsee sind in der Karte des Nordatlantiks dargestellt. Die Kartensätze geben von den meisten Ozeanen einen monatlichen, von anderen einen vierteljährlichen Überblick. Obschon sie recht genau sind, können solche Karten natürlich nur Durchschnittswerte angeben. Ich habe schon manches Mal furchtbar geflucht, weil die Angaben in "meinem Karree" überhaupt nicht zutrafen. Abweichungen von der Regel kommen in der Natur nun mal vor.

Mit diesen Kenntnissen und der Reisegeschwindigkeit seines eigenen Bootes (durchschnittliche Etmale um 100, 120, 140 sind realistisch) geht man erneut in die Planungskarten. Radieren, streichen, skizzieren ...

Jede dieser Karten gibt, plastisch gesehen, mehr her als hundert Seiten Info-Text. Daher greifen wir erst jetzt zu Büchern. Hilfreich sind Reisebeschreibungen, Handbücher, nautische Führer. Häufig empfohlen das Buch: "Ocean Passages for the World" von der British Admiralty. Es enthält klare und verständliche Beschreibungen von dem, was in den Pilots ohnehin schon zu sehen ist. Dieses schwere und teure Buch ist eigentlich nicht notwendig – weder für die Planung noch für unterwegs.

Erst in der Endphase der Planung suchen wir uns Seekarten aus, die wir für die Route benötigen. BA-Karten zu wählen ist angebracht, weil es die von der ganzen Welt gibt.

Bei einer genauen Planung ist es notwendig, die Passate nach Möglichkeit, wie überhaupt die vorherrschenden Windsysteme zu nutzen. Selbst dann, wenn es die Distanzen unter Umständen ganz wesentlich verlängert. Wer einen Törn plant, sollte Schlechtwettergebieten aus dem Wege gehen. Ich meine hier auch Sturmzonen, die mit Hurrikan, Taifun und Zyklon bezeichnet werden. Jahreszeiten sowie Regionen dieser Wirbelstürme sind in den Pilots gut markiert.

Noch anzumerken: Unvorherzusehende Abstecher müssen bereits beim Konzept eingeplant werden. Sie geben einer Langfahrt die Würze. Sozusagen Spontankurse, die wir aufgrund von Informationen anderer Segler oder Einheimischer in den Plan aufnehmen. Das Kartenmaterial dafür kann man sich gegebenenfalls vor Ort besorgen, kopieren oder von anderen Yachtseglern ausleihen.

Abschließend sei noch einmal hervorgehoben: Das wichtigste Ziel bei einer normalen Reiseplanung muß sein, das schlechte Wetter zu meiden.






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