Seemannschaftmit Weltumsegler Wilfried Erdmann und
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Seemannschaft mit Wilfried Erdmann

Verschiedene Tipps und Erfahrungen auf Basis von Frage und Antwort. Neben den detaillerten Ausführungen können hier die kurzen Tipps nachgelesen werden.


Bootsbaumaterial

Aluminium ist das ideale Bootsbaumaterial für eine Seefahrt, verbindet es doch Leichtigkeit und Festigkeit zugleich. Andererseits ist es wiederum nicht zu leicht (Lightdeplacement), sodaß das Zurückweichen im Seegang, falls der Ballast als verschweißte Konstruktion konzipiert ist, fantastisch funktioniert. Aluschiffe sind Meister des Zurückweichens und damit über lange Distanzen prächtig zu segeln. Alu hat, sofern perfekt verschweißt und alle Stromkreise isoliert sind, neben dem Preis nur Vorteile.

Das Pedant zu Aluminium ist Stahl. Ganz klar, Stahlboote waren sehr und sind immer noch beliebt für eine Langfahrt. Bieten sie doch neben psychologischer Sicherheit (Stahl) die Gewähr, daß anfallende Reparaturen am Schiff weltweit gelöst werden können. Mit Stahl kennt sich jeder aus. Zudem sind Stahlschiffe kostengünstig in Anschaffung und Unterhalt, wenn man handwerkliches Geschick mitbringt. Haben Sie es, so ist das ein Bootsbauwerkstoff, wonach Sie Ausschau halten sollten. Zwar bekannt aber zu beachten: Bedingt durch ihr Gewicht, meist Mittel oder Langkieler, sind die Boote durchweg langsamer. Dafür läßt es sich aber bei holpriger See an Bord vergleichsweise ruhig leben. Boote unter elf Meter sind – voll ausgerüstet – in der Regel zu schwer und schwimmen dementsprechend unter der Konstruktionswasserlinie. Das hat zur Folge, daß schon bei leichten Stürmen das Deck naß ist und alle Arbeiten schwieriger macht.

Holz? Hm, dazu fällt mir nur ein, daß ich dieses Material nur wählen würde, wenn ich handwerklich mit Holz umgehen kann und außerdem in den Taschen wenig Geld hätte. Ein geplanktes Schiff, wir sprechen hier ja über ältere Gebrauchtboote, zieht immer Wasser, und auch im Decksaufbau finden sich immer Verbindungen die lecken, weil eben ein Schiff im schweren Wetter arbeitet. Führt der Kurs durch tropische Regionen ist dieses Material sehr pflegebedürftig. Seetüchtige Holzboote für Ihre Fahrt finden Sie auf dem Gebrauchtmarkt in England und – bei einem spezialisierten Makler in Hamburg. Der Reiz, heutzutage mit einem Holzboot zu reisen, liegt darin, Sie sind etwas Besonderes, kein Konsumsegler, Sie sind Individualist. Das ist doch etwas mehr Mühe wert.

GFK: Diese drei Buchstaben beherrschen derzeit die Fahrtenseglerszene weltweit. Kunststoffyachten sind erschwinglich, leicht zu warten, die Auswahl ist riesengroß und am Ende einer langjährigen Fahrt häufig ohne großen Wertverlust zu verkaufen. Nochmals: Hat man einen soliden Werftbau gewählt und ist der Rumpf großzügig dimensioniert – im Handauflegeverfahren mit sorgfältig angebrachten Verstärkungen hergestellt – ist er praktisch nicht kaputt zu segeln. Schon deshalb kann man gegen Glasfaserbauten nichts Nachteiliges schreiben. Oder doch? Vorsichtiger wäre ich bei der Anschaffung einer Rumpf-Sandwichkonstruktion, wenigstens bis eine Handbreit über die Wasserlinie sollte ein GFK-Boot für eine mehrjährige Fahrt aus solidem Laminat bestehen. Schlußendlich ist zu berücksichtigen, daß bei einer Leichtgewichtskonstruktion das Glaslaminat durch dauernde Belastung ermüdet. Es kommt zu Brüchen in der Harzmatrix (Gelcoat) und zu einem Ablösen des Harzes von den Fasern. Die Boote werden "weich". Werden sie weiter gesegelt, kommt es zu fortlaufenden Rissen, welche die Osmose in Gang setzen.

Ich denke, als Nichtbegüterter sind Sie am besten mit dem Werkstoff Stahl oder Holz aufgehoben. Oder alternativ: einen Meter weniger Schiff wählen als geplant.






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