Seemannschaftmit Weltumsegler Wilfried Erdmann und
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Seemannschaft mit Wilfried Erdmann

Verschiedene Tipps und Erfahrungen auf Basis von Frage und Antwort. Neben den detaillerten Ausführungen können hier die kurzen Tipps nachgelesen werden.


Cockpit

Das Cockpit ist das Herz des Bootes. Was für den Schauspieler die Bühne, sind für den Fahrtensegler diese rund drei Quadratmeter. Hier kann ich agieren: mit Segel, Schoten, Winden und Ruder hantieren; mein Essen einnehmen; mich schlafen legen; Wachen schieben und in der Sonne liegen. Berücksichtigt man diese und andere Tätigkeiten, ist es schon eine Kunst, das Cockpit optimal zu gestalten. Vielfältig sind auch die Anforderungen an die Crewmitglieder, die dort arbeiten und sich aufhalten, oftmals bei Lage, immer bei mehr oder weniger Bewegung. Größe und Form eines Cockpits müssen sich diesen Erfordernissen anpassen, und die Praxis zeigt, daß, von Ausnahmen abgesehen, Cockpits in ihren Querschnitten sehr ähnlich sind. Die Größe einer Yacht ist dabei nicht unmittelbar entscheidend.

Meine Überlegungen für Ihr Cockpit gehen jetzt von einer Pinnensteuerung aus. Die Ruderpinne sollte so montiert sein, daß sie beim Sitzen über den Knien freigeht – und ich sie andererseits im Stehen zwischen die Oberschenkel nehmen kann, wenn ich beim Wendenfahren die Schoten bedienen muß.

Die Sitzbänke dürfen nicht zu tief sein. Der Blick nach vorn muß ohne Verrenkungen des Körpers gewährleistet sein. Wenn die Aufbauten also nicht zu hoch sind – kein Problem. Allerdings sitzt man bei einem zu hoch liegenden Cockpit sehr exponiert. Ein glattes Cockpit ohne Stolperbeschläge verbessert die Standfestigkeit, führt zur spürbaren Entlastung der körperlichen Beanspruchungen. Ein Fahrtensegler sollte sein Cockpit so bauen, daß er sich zum Ruhen voll ausstrecken kann und sich nicht wie ein halbgeöffnetes Taschenmesser anwinkeln muß, der Körper findet dabei kaum Entspannung. Im Mittelmeer und anderen Regionen schläft man doch sehr oft im Cockpit, sei es aus Bequemlichkeit oder weil es zu heiß in der Kajüte ist, oder sei es, um Ankerwache zu gehen.

Ich plädiere für ein breites Brückendeck, eine Backskiste und Schwalbennester, um die täglichen Dinge wie Winschkurbel, Bändsel, Sonnenbrille, Messer und viele andere Utensilien ablegen zu können.

Die Plicht würde ich verhältnismäßig klein halten, weil erstens die Sitzbänke so breit sein sollten, daß man bequem darauf liegen kann, und ich zweitens ein Brückendeck von 45 bis 50 Zentimeter Tiefe und achtern noch eine Querbank vorsehen kann. Damit bietet die Achterpiek ordentlich Stauraum. Und wichtig: Ich habe am Ende eine Plicht, mit der ich mich in schwerstes Wetter wagen kann. Ein Richtmaß: 110 cm (lang) x 56 cm (breit) x 48 cm (tief). Zwei Abflußrohre mit je fünf Zentimetern Durchmesser, ohne Krümmung, lenzen die Plicht in zirka zwei Minuten.

Vom Brückendeck, wo an der Achterkante der Traveller fürs Großsegel montiert werden kann, führt bei einem seetauglichen Schiff der Niedergang in die Kajüte. Die unterteilten Steckschotten sollten aus Vollholz sein, von außen und innen verschließbar. Türen sind zu vermeiden, sie schließen selten dicht. Darüber ist meist ein Schiebeluk mit Garage eine feine Sache. Eine Spritzkappe über dem Niedergang erhöht den Genuß des Segelns. Richtwert für die Höhe einer Spritzkappe: breitbeinig auf dem Plichtboden stehend sollte man gut darüber schauen können.

Die Cockpitbänke mit Stabteak zu belegen, machen sie sicher und zusätzlich schön. Außerdem die Rückenflächen oberhalb der Sitzbänke leicht geneigt, die Gräting auf dem Plichtboden beweglich, keine störenden Scharniere – so sieht ein sicherer Arbeitsplatz aus.






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